Kohlrouladen
Deutsche Küche, Rezepte

Kohlrouladen – Ein perfektes Sonntagsessen

Kohlrouladen
© Lifestyle 4 Food / Lukas Weißbrich

Kohlrouladen…Erinnerungen…
Kindheit…Sonntagsessen.

Das fällt mir direkt ein wenn ich dieses Gericht höre.

Bei Kohlrouladen kommen mir immer Kindheitserinnerungen hoch. Wenn ich meine Augen schließe sehe ich noch heute meine Mama in der Küche stehen, wie sie die Kohlrouladen wickelt, kross anbrät und eine göttliche dunkle Soße zaubert.

Dann sehe ich einen wunderschön gedeckten Tisch und meine ganze Familie ist vereint. Dieses Rezept ist für mich nicht nur ein Gericht, nein es sind viel mehr tolle Erinnerungen an meine Kindheit.

Aber nun etwas weniger Nostalgie und mehr zum Gericht. Bei diesen Kohlrouladen solltest Du doch schon etwas Erfahrung beim Kochen haben. Es ist nicht ein wirklich schwieriges Gericht, allerdings verlangt es viele Handgriffe, etwas Geschick und eine Menge Materialeinsatz.

Aber ich kann Euch wirklich versprechen. Kocht dieses Gericht Sonntags mit Eurer Familie, mit Euren Kindern.

Eure Kinder werden wenn sie erwachsen sind die gleichen schönen Erinnerungen in Verbindung mit Kohlrouladen haben genau wie ich.


Das brauchst du für 4 Personen

Für die Hackfüllung

600 gr. gemischtes Hackfleisch
1 – 2  Schalotten (je nach Größe)
2 Knoblauchzehen
1 Brötchen vom Vortag
150 ml Sahne
1 EL Butter
2 Eier
1 EL Senf
1 1/2  EL Majoran
Pfeffer, Salz

für die Kohlrouladen

1 Weißkohl
1 EL Butterschmalz
Küchengarn
1, 5 L Rinderbrühe
dunkler Soßenbinder
Salz
Pfeffer

für die Beilagen

den Rest des Weißkohls
800 – 1000 g Kartoffeln
1 EL Kümmel
1 EL Senf
1 EL Butterschmalz
100 ml Wasser
Salz
Pfeffer

Für das komplette Gericht würde ich mal sagen brauchst Du so etwa 2 – 2,5 Std.

Und so wird es gemacht:

Vorbereitung für die Kohlrouladen

1.) Vom Weißkohl die beiden äußersten Blätter entfernen, um ihn etwas zu säubern.

Anschließend in einem großen Topf Wasser zum kochen bringen. Am besten ungefähr die hälfte des Topfes sollte mit Wasser gefüllt sein, ansonsten schwappt Dir das Wasser aus dem Topf sobald Du den Weißkohl hinein gibst.


Wenn das Wasser kocht die Hitze runter drehen,  das Wasser darf jetzt nur noch sieden.

Dann gibt’s Du den ganzen Weißkohl in das Wasser.
Durch das heiße Wasser lassen sich die äußeren Blätter besser ablösen und sind nachher zum einwickeln weicher.

Kochtopf mit einem Weißkohl
© Lifestyle 4 Food / Lukas Weißbrich

2.) Nun musst Du immer wieder schauen, ob sich die einzelnen Blätter des Weißkohls einfach ablösen lassen.

Bei der Hackfleischmenge kannst Du je nach Größe der Blätter
10 – 12 Stück ablösen.

 

abgelöste Weißkohlblätter

3.) Stell die Weißkohlblätter zur Seite und lass sie etwas abtropfen und auskühlen.

ausgelöste einzelne Weißkohlblätter
© Lifestyle 4 Food / Lukas Weißbrich

4.) Den restlichen Weißkohl kannst Du aus dem Wasser nehmen und in feine Streifen schneiden. Das gibt nachher unsere Gemüsebeilage.

Nun benötigst Du eine etwas größere Pfanne. Denn der Weißkohl hat noch viel Volumen, wird aber später in sich zusammen fallen.

1 EL Butterschmalz in der Pfanne auslassen und die Weißkohlstreifen hineingeben. Kräftig anbraten, so das sie eine gute Bräunung bekommen.

Anschließend mit Wasser ablöschen und mit dem Senf etwas binden. Mit Kümmel, Salz und Pfeffer würzen.

Bei geschlossenem Deckel und milder Hitze nun den Weißkohl weich garen, Dabei immer wieder umrühren.

 

Sollte Dein Gemüse schneller fertig werden als der Rest, kein Problem. Lass es auf unterster Stufe auf dem Herd, aber ohne Deckel. Dann bleibt es warm und gart nicht mehr weiter.

Jetzt geht es an die Füllung !!!

5.) Das altbackene Brötchen in kleine Stücke / Würfel schneiden und in eine Schüssel geben. Die Brotwürfel mit der Sahne begießen und einweichen lassen.

Die Schalotten und den Knoblauch schälen und fein würfeln.

In einer großen tiefen Pfanne oder einem Bräter  Butterschmalz zergehen lassen, die Schalotten- und Knoblauchwürfel darin kurz anschwitzen und mit dem Majoran würzen. Alles zusammen kurz anbraten (so entfalten die Zutaten am besten ihr volles Aroma) . Aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen.

Ist die Gewürzmischung etwas abgekühlt zu den Brotwürfeln in die Schüssel geben. Dazu dann das Hackfleisch, Eier und Senf geben.

Alles gut miteinander vermischen und kräftig mit Salz und Pfeffer würzen.
Am besten eignen sich dafür die Hände.

die angeschwitzte Gewürzmischung
© Lifestyle 4 Food / Lukas Weißbrich

6.) Bei den Weißkohlblättern musst Du nun den größten Teil des Strunks keilförmig heraus schneiden. In die einzelnen Blätter gibst du nun die Hackmasse. Ich würde sagen immer so handtellergroß sollte die Hackmasse sein. 

Dann schlägst Du eine Seite ein und rollst den Rest des Blattes auf. Die Seiten nach unten einklappen und alles mit einem Küchengarn zusammen binden.

Ich denke hier brauchst Du etwas Geschick und es ist eine gute Fingerübung.

7.) Als nächstes musst die Kartoffeln schälen und in Spalten schneiden.

Gib die Kartoffelspalten in einen Topf mit kaltem gesalzenem Wasser.

Nun die Kartoffeln solange kochen lassen bis sie weich sind.

Also eigentlich easy…..Einfache Salzkartoffeln 😉

die angebratenen Kohlrouladen
Kohlrouladen in der Pfanne

8.) In der Pfanne / dem Bräter in der Du eben die Gewürzmischung zubereitet hast wieder einen guten Löffel Butterschmalz geben.

Sobald die Pfanne / der Bräter heiß ist die Kohlrouladen hineingeben und scharf von allen Seiten anbraten lassen.

Anschließend mit der Rinderbrühe ablöschen und bei mittlerer Hitze eine gute halbe Stunde schmoren lassen. 

Nach einer halben Stunde die Kohlrouladen aus der Soße nehmen. Die Soße mit dunklem Soßenbinder abbinden, bis sie eine gute Konsistenz hat. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Damit meine Soße immer eine schöne Farbe erhält „schummele“ ich mit etwas Zuckerklukör :-).

die Soße für die Kohlrouladen
© Lifestyle 4 Food / Lukas Weißbrich

Nun kannst Du alles anrichten. Ich habe einen großen weißen Teller genommen.

Mit dem Kohlgemüse habe ich ein „Bett“ gemacht, darauf kommen die Kohlrouladen und werden mit den Salzkartoffeln „dekoriert“.

Ein schwieriges aber verdammt leckeres Gericht.
Aber für ein gutes Sonntagsessen kann es ja auch mal etwas mehr „Arbeit“ sein.

 In diesem Sinne, lasst es Euch schmecken